• Romana

Durchbrechen von Gewohnheiten


Vielleicht weißt du bereits, dass ich in meiner Freizeit auch gerne am Fels klettere. Und jetzt fragst du dich, was das Klettern nun mit Yoga zu tun hat? Eine ganze Menge. Ich erzähl dir nun eine persönliche Geschichte dazu. 





Klettern in der Komfortzone.

In meinem Heimatsportklettergebiet gibt es eine Kletterroute, die ich beinahe bei jedem Besuch, manchmal auch mehrmals, klettere. Ich weiß nicht ob es Routine ist oder einfach ein Genuss, eine Liebe zu dieser Kletterroute, weil ich sie immer und immer wieder durchsteige. Kurz vor dem Top, dem Ende der Route, kletterte ich immer in einem Bogen über Rechts hin zum Stand. Die meisten aber klettern über diese Stelle direkt nach oben. Diese Variante kam mir gar nie in den Sinn. Noch weniger wollte ich sie probieren, da sie steil und leicht überhängend ist. 

Ich mag keine Überhänge, sie geben mir das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Mir war meine Variante, „über rechts“, also die Direkte umgehend, lieber. 

Dazu musste ich mich zwar am Fels immer etwas weiter raus lehnen, mehr Zeit und Kraft aufbringen,  aber es schien mir sicherer und komfortabler. 

Neues Jahr, neues Verhalten. 

Nach der langen Winterpause wärmt die Sonne wieder den Fels und lässt den Schnee herum schmelzen. Somit kehrt hier im Naturpark Mürzer Oberland die Zeit des Felskletterns zurück. 

Und gestern besuchte ich zum ersten mal in diesem Jahr die bereits erwähnte Kletterroute. 

Wenn man für mehrere Monate nicht in einer Kletterroute herum zappelt, dann vergisst man den ein und den anderen Griff oder Tritt. Man erinnert sich rasch wieder, muss aber oftmals gut überlegen und wieder neu probieren, bis die Kletterei klappt. 

Durchbrechen der Gewohnheiten. 

Und da war ich nun, fast ganz oben in der Kletterroute, kurz vor meiner „Ausweichstelle - über rechts“ und schwupp, fand ich mich in dieser direkten Variante wieder. Problemlos, ein Griff und ein Tritt folgt dem anderen und zack, war ich am Top. Verwunderung. Was war denn eben passiert? 

Veränderung. 

Entwicklung. 

Fortschritt. 

Ich hatte stets „Boden unter den Füßen“, keine Angst, kein Druck, kein Unwohlsein. 

Mit meiner Erfahrung möchte ich dir zeigen, dass Änderung, Entwicklung und Fortschritt ohne Druck, Angst und Zwang möglich sind. Veränderung braucht Zeit und Geduld. Hab Nachsicht mit dir. Manchmal ist es hilfreich Dinge zu vergessen, alte Verhaltensmuster und Strukturen die uns an unserer Weiterentwicklung hindern, hinter uns lassen, um neue Wege in Freiheit und Leichtigkeit gehen zu können. 

Wie oft wählst du „die direkte Variante“ in deinem Leben? Wie oft „den Umweg“? 

Umwege, oder lieber bezeichne ich sie als längere Wege, sind keinesfalls schlecht. Sie sind eine Möglichkeit für unsere Entwicklung und zeigen einfach, dass wir etwas mehr Zeit brauchen um Veränderung geschehen zu lassen oder diese aktiv zu tätigen. Entwicklung, so glaube ich, passiert auf dem Weg zum Ziel, sei der direkt oder etwas länger ausgedehnt. 

Yoga zur Selbstentwicklung.

Wir praktizieren Yoga um uns zu entwickeln. Wir wollen mehr Leichtigkeit und Entspannung in unseren Körper und Geist bringen, mehr Ruhe erfahren, uns stärken und nähren, Leid und Schmerz lindern, unser Potenzial fördern und unsere Liebe kultivieren. All diese Motivationen bringen Entwicklung mit sich. Auf und außerhalb deiner Yogamatte. 

Mir wurde klar, dass aufgrund meiner alten Verhaltensmuster ich in den letzten Jahren länger brauchte, um meine Ziele zu erreichen. Die Komfortzone zu verlassen fand ich oft gruselig. Ich mochte es nicht, zu riskieren oder Angst zu haben. Angst vor dem Ungewissen, dem Fallen in einer Kletterroute, dem Scheitern in Projekten, dem Versagen oder dem Verlieren von Job, Freunden, Sicherheit und dem Leben. 

Sprich die Wahrheit. 

Doch nun hat sich etwas verändert. Und so wie ich bereits in meinem Leben neue Schritte gewagt habe, direkter, aufrichtiger und laut die Wahrheit sprechend meinem Herzen folge, so änderte sich mein Verhalten auch beim Klettern. 

Mal sehen, wie lange sich die Direktheit beim Klettern so hält. Ich restlichen Leben möchte ich sie nicht wieder so schnell loswerden, die direkte Art und Weise. Denn es tut verdammt gut, die Wahrheit zu sprechen, seinem Herzen zu folgen und das Leben mit 100% zu lieben. 

            Namasté, 

                       Romana 



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